Veranstaltungen
Licht aus, LED an! - Beleuchtungsvielfalt auf dem Prüfstand
Ein Info-Seminar in Kooperation von ZEWUmobil, homenet24.de und Q-Data Service GmbH
Erst ging es der Glühbirne per Gesetz an die Fassung, dafür kam die Energiesparlampe und nun ist die Licht emittierende Diode, besser bekannt als LED, das neue Beleuchtungswundermittel. Was aber steckt hinter der vielgepriesenen Technik? Welche Vorteile bietet ihr Einsatz für professionelle Anwender? Um diese Fragen zu beantworten, veranstaltete die Handwerkskammer Hamburg in Zusammenarbeit mit ZEWUmobil und homenet24.de am 11. Februar 2010 einen Informationstag in den Räum-
lichkeiten der Q-Data Service GmbH, einem IT- und Elektrotechnikunter-nehmen mit Sitz im Hamburger Störtebeker-Haus. Ziel der vierstündigen Veranstaltung war es, Produkte namhafter Firmen wie NIMBUS, ESYLUX, DG Licht und Kurzlicht vorzustellen und die Theorie durch einen anschließenden "Licht-Parcours" mit der Praxis zu verbinden.
Nach kurzer Begrüssung durch Manfred Tschöpe, Projektleiter von ZEWUmobil, und Reinhard Heymann, Geschäfts-
führer von Q-Data Service und Gast-
geber der Veranstaltung, ließen sich die 25 Teilnehmer von Eckhard Menzel, Mitarbeiter der international tätigen Firma NIMBUS, in die Technologie und das Farbspektrum von LED einführen. Winzige Halbleiter-Bauelemente erlauben eine bisher nicht gekannte Vielfalt an lichtgestalterischen Möglichkeiten. Dank ihrer geringen Einbautiefe eignet sich die Diode hervorragend zur "unsichtbaren" Ausleuchtung von Treppen, Wänden, Decken und Fluren, mit teils spektakulären Ergebnissen. Ihre fulminante Lichtwirkung begeistert besonders Raumgestalter und Architekten, unter ihnen auch Stefan Behnisch, der NIMBUS zur Ausleuchtung der Unilever-Zentrale in der Hafen City in Hamburg einsetzte. Und das zu minimalen Betriebskosten, da die Lebensdauer (ca. 50.000 Stunden) und die Energieeffizienz (8 Watt Energieverbrauch pro kWh) einer LED um ein Vielfaches höher sind, als die herkömmlicher Leuchtmittel. Vorteile, die den Zuhörern sofort "einleuchteten". Wenn nicht die hohen Anschaffungskosten wären, wie die Innenraumgestalterin Barbara Nestler anmerkte.
Dass sich intelligente Technik in Gebäuden "rechnet", zeigte Jan Werpup, Vertriebsleiter der Firma ESYLUX. Durch die Verwendung von Präsenz- und Bewegungsmeldern beim Lichtmanagement ließen sich ca. 40 - 70 % Energiekosten einsparen. Doch Licht ist geduldig. Wenn der Nutzer nicht daran denkt es auszuschalten, brennt es - und der Strom-
zähler läuft. Bequemlichkeit ist immer teuer, Komfort dagegen oftmals nicht. Zunehmend erkennen private und gewerbliche Kunden, welchen Mehrwert eine komfortable, weil nutzerabhängige Lichtsteuerung bietet. Sowohl für den Neubau als auch für den Bestand bietet ESYLUX Lösungen, die sich zügig realisieren lassen. Mit dem Ergebnis, dass sich neben dem Komfort auch Behaglichkeit durch stimmungsvolle Beleuchtungsszenerien in der Wohnung oder in einem Geschäft erzeugen läßt. Intelligente Technik eröffnet damit auch für Ladendesigner und Lichtplaner völlig neue Perspektiven.
Dass nicht alles LED ist, was herrlich leuchtet, machte Axel Bobert, Leiter und Beleuchtungsplaner bei der Firma DG Licht, in seinem Vortrag deutlich. Die massive Markteinführung einer so jungen Technologie, wirft Fragen auf. Die anwesenden späteren Anwender täten gut daran, kritisch zu hinterfragen, welche Technik sie zu welchem Preis einsetzen. In den kommenden Jahren seien weitere Entwicklungsstufen beim "Licht der Zukunft" zu erwarten. Ob sich dies auf den Preis auswirke, kam prompt die Frage aus dem Publikum. Mit einem drastischen Preisrück-
gang sei nicht zu rechnen, da die Produktion im Hinblick auf das genaue Farbspektrum kompliziert und hochsensibel sei und bleibe. Daran ändere sich nichts, auch wenn es manche Hersteller glauben machen wollen. Bobert riet dazu, sich Rat bei fachkundigen Elektrobetrieben direkt zum Plannungsbeginn einzuholen. Gemeinsam mit Lichtplanern käme man dann sicherlich zu einer sinnvollen Anwendung von LED, die auch bezahlbar sei.
Um die notwendige interdisziplinäre Vernetzung zwischen den Beteiligten der Bau- und Immobilienbranche in Hamburg weiter voranzubringen, beabsichtigt homenet24.de noch in diesem Jahr, das angedachte Kompetenzzentrum für intelligente Gebäude weiter auszubauen, wie die "inoffizielle" Sprecherin und Herausgeberin des Onlinemagazins GreenImmo, Dagmar Hotze, erläuterte. Das Wissen um die vielfältigen Einsatzmöglichkeiten intelligenter Techniken im Gebäudebereich sei viel zu gering, als dass heute zukunftsfähige Immobilien erstellt werden, so ihre Feststellung.
Beim abschließenden Gang durch den "Licht-Parcours" konnten die Teilnehmer die intelligente Licht- und Komforttechnik erleben und "begreifen". "Ein wichtiger Aspekt, der häufig viel zu kurz kommt für uns", bedauerte die Innenarchitektin Nina Ramsthaler. Auch die Hersteller begrüßten den direkten Kontakt. "Wir können noch so tolle und intelligente Produkte herstellen. Was nützen sie, wenn diejenigen, die sie verwenden sollen, gar nicht wissen, dass es sie gibt und wie sie funktionieren", so Detlef Luyke, Vertriebsleiter der Firma Legrand-bticino. Manfred Tschöpe weiss um die Problematik der fachüber-greifenden Kommunikation. "Deshalb sind solche Veranstaltungen wie diese hier wichtig, werden von uns initiiert und unterstützt". So sieht es auch Reinhard Heymann. Er zieht ein durchweg positives Fazit: "Wir erleben es beinahe täglich, wie wichtig eine detailliert Beratung beim Einsatz von intelligenter Technik im Gebäudebereich ist. Nur leider kommen die meisten, wenn der Schaden schon passiert ist. Darum sind solche Infotage, den wir in Kooperation mit der Handwerkskammer Hamburg veranstalten, auch für uns eine hervorragende Gelegenheit, die Fragen angrenzender Berufe kennenzulernen". Bei LED geht allen Teilnehmern ab jetzt ein Licht auf. Bleibt zu hoffen, dass es nicht so bald gedimmt wird.
