© Dagmar Hotze
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Digitale Gebäudeinfrastruktur ist entscheidend

 

Die home², die neue Hamburger Immobilien- und Baumesse, hat gezeigt, dass das Interesse am Thema Smart Home bei Bauherren und Modernisierern aller Altersklassen groß ist. Doch ebenso groß ist auch der Aufklärungs- und Beratungsbedarf. Denn die Wissensstände über Smart Home-Technologien waren bei den Besuchern äußerst unterschiedlich. So hatte das QDS-Team an seinem Stand 524 in der Messehalle A1 alle Hände voll zu tun, darüber zu informieren, welches Produkt sich wann wozu für wen und für welches Bauvorhaben eignet.

 

Komplexität von Smart Home verständlich vermitteln

 

Vor allem die Vielfalt der Systeme und die Kompatibilität der Produkte sorgten für Verwirrung. Häufig war auch nicht klar, wie umfassend das Thema Smart Home zu betrachten ist. Da traf es sich gut, dass QDS von der PV-Anlage (Energiegewinnung) und dem Batteriespeicher (Energiespeicherung) über das Display (Steuerung und Monitoring) bis zum E-Bike (Energienutzung für Mobilität) einige der wesentlichen Komponenten eines zukunftsfähigen Wohngebäudes präsentierte. "Damit sind wir bei der eigentlichen Herausforderung von Publikumsmessen im Bereich Immobilien und Bau: Wie vermitteln wir zukünftig die Komplexität, die die Digitalisierung der Gebäudeinfrastruktur mit sich bringt, damit private Bauherren verstehen, worauf es bei der Gebäudeplanung ankommt und dass es nicht mit Insellösungen getan ist?", fragt QDS-Geschäftsführer Reinhard Heymann. Denn nicht nur das Elektrohandwerk sei betroffen, wenn es um die Gebäudevernetzung gehe. Weitere Bereiche wären zwingend in den Planungsprozess - und damit in die Darstellung - zu integrieren, wie Heizung, Lüftung, Licht, Klima, Sanitär, Sicherheit, Energiespeicherung, Mobilität und viele mehr. "Hier kommt eine Herkulesaufgabe auf uns als Systemintegrator und alle am Bau Beteiligten zu", ist sich Heymann sicher.

 

Auch der halbstündige Vortrag "Sicherheit und Überblick von Smart Home-Lösungen", den Heymann täglich im home²-Forum hielt, stieß auf großes Interesse. Jeweils rund 100 Zuhörer fanden sich ein und folgten seinen Ausführungen über Funklösungen und kabelgebundene Systeme, über herstellerabgängige und technologieoffene Varianten, über unterschiedliche Preissegmente und Sicherheitsaspekte.

Dipl.-Ing Rolf Beitz freut sich über die große Resonanz auf seine Einführung in den Themenkomplex  | © Dagmar Hotze
Dipl.-Ing Rolf Beitz freut sich über die große Resonanz auf seine Einführung in den Themenkomplex | © Dagmar Hotze

Energiewende erhält durch Digitalisierungsgesetz neuen Schub

 

Darüber hinaus war QDS am Stand des Energiebauzentrums mit einer Präsentation zur Digitalisierung der Energiewende vertreten und führte Besuchergruppen in das Thema ein. Mit dem im Herbst 2016 verabschiedeten "Gesetz zur Digitalisierung der Energiewende" (GDEW) gewinnt eigenproduzierter und selbstgenutzter Solarstrom zur Steigerung der Energieeffizienz in Eigenheimen an Bedeutung. Nicht das Einspeisen in das öffentliche Stromnetz stehen dabei im Mittelpunkt - wobei diese Modell durch sinkende Vergütungen ohnehin keine attraktive Option mehr war und ist-, sondern der Eigenverbrauch vor Ort. Forciert wird die dezentrale Stromproduktion durch staatliche Förderprogramme. Damit wiederum kommt eine digitale Gebäudeinfrastruktur ins Spiel, denn sie ist zur Vernetzung der Komponenten notwendig und sorgt dafür, dass Strom transparent regel- und speicherbar sowie bedarfsabhängig nutzbar wird. Warum also nicht gleich ganzheitlich planen bzw. sanieren und die digitale Infrastruktur zeitgleich auch für mehr Wohnkomfort, Sicherheit, Entertainment und andere angenehme Dinge auslegen? 

 

Eine Entwicklung, die Dipl-Ing. Rolf Beitz, der bei QDS für Gebäudeenergieeffizienz-Lösungen zuständig ist, mit Freude sieht: "Nach jahrelangen Diskussion über Dämmstärken kommen wir mit der Digitalisierung der Energiewende endlich zum Kern der gesamten Thematik, nämlich dass wir intelligente Infrastrukturen benötigen und dementsprechende Konzepte entwickeln müssen. Sonst erreichen wir unser Ziel nie, auf fossile Energieträger zu verzichten." Die home² hat QDS für 2017 also die Richtung vorgegeben: "Noch intensiver und ganzheitlicher beraten, damit wir interdisziplinär planen können", sagt Heymann. Und das beträfe keineswegs nur den Privatsektor. Auch professionelle Immobilienentwickler, Architekten und gewerbliche Immobilieneigentümer bräuchten umfassende Beratung bei Smart Building & Co. Es wird also ein arbeitsintensives Jahr! 

 

 

 


 

Text: Dagmar Hotze

Fotos: Dagmar Hotze