IT-Sicherheit von Smart Homes: Mit Fakten gegen Fiktion

 

Gegenwärtig wird über die IT-Sicherheit in Smart Homes kontrovers diskutiert. Einerseits bieten vernetzte Häuser und Wohnungen ein Höchstmaß an Komfort, andererseits stehen sie im Verdacht, ihre Bewohner auszuspionieren und sogar, dass Kriminelle sich per Internet Zutritt verschaffen können. Viel wird spekuliert, doch nur wenig gewusst. Das erleben QDS-Geschäftsführer Reinhard Heymann und sein Beratungs- und Planungsteam für Smart Homes beinahe täglich. Was den Experten, der sich seit über 15 Jahren mit vernetzten Wohngebäuden beschäftigt, inzwischen allerdings ärgert, ist die fehlende Differenzierung zwischen professionellen Gebäudeautomationssystemen, die sich seit Jahrzehnten am Markt bewährt haben, und Consumer-Produkten, die für den schnelllebigen Massenmarkt entwickelt werden. "Diese beiden Segmente sind aktuell grundsätzlich hinsichtlich ihrer Qualität, Beschaffenheit und insbesondere der Einhaltung von verbindlichen Vorschriften, Normen und Standards zu unterscheiden", sagt Heymann. Schließlich gehe es um die Werthaltigkeit von Immobilien. Bastellösungen kommen dem Profi deshalb in kein Projekt. Deshalb klärt er auf, wann und wo er kann.

IT-Sicherheit stand bereits 2017 auf der "home²" im Fokus | Bild: Dagmar Hotze
IT-Sicherheit stand bereits 2017 auf der "home²" im Fokus | Bild: Dagmar Hotze
Etwa 100 Interessierte kamen zum Vortrag von QDS-Geschäftsführer Reinhard Heymann auf der "home²" über die Sichterheit von Smart Home-Lösungen. | Bild: Dagmar Hotze
Etwa 100 Interessierte kamen zum Vortrag von QDS-Geschäftsführer Reinhard Heymann auf der "home²" über die Sichterheit von Smart Home-Lösungen. | Bild: Dagmar Hotze

Kriterienkatalog für IT-Sicherheit in Smart Homes

 

Um die Debatte in eine konstruktive Richtung zu lenken, hat die SmartHome Initiative Deutschland e.V. auf der SMARTHOME 2017 Security Conference in Bad Soden gemeinsam mit Experten der Industrie, der Verbände, der Polizei, der Versicherungswirtschaft und zertifizierenden Instituten die wichtigsten Kriterien für die IT-Sicherheit von Smart Homes in der "Bad Sodener Sicherheitserklärung" zusammengefasst. Der Katalog soll Bürgern und Vertretern aus Politik, Verwaltung und Medien Fakten liefern und Hinweise für zukünftige Entscheidungen geben.

  • Smarte Häuser und Wohnungen sind – wenn SmartHome Produkte fachgerecht installiert wurden - grundsätzlich sicherer als konventionelle. Smart Home ist dabei eine wertvolle Ergänzung zu mechanischer Sicherungstechnik.
  • Fälle von Einbrüchen „per Handy“ sind bisher nicht bekannt.
  • Bei Angriffen auf Smart Home bzw. IoT-Produkte steht aktuell nicht das Eigenheim im Fokus. Stattdessen wird versucht, Geräte und Dienste für andere kriminelle Zwecke zu missbrauchen.
  • Der Einsatz von Smart Home-Technik kann vor Sach- und Personenschäden schützen und potentielle Einbrecher abschrecken.
  • Smart Home braucht nicht zwingend das Internet.
  • Sichere Router sind eine Grundvoraussetzung für Smart Home mit Internetzugang.
  • Cloud-Only-Lösungen sind potentiell gefährdet, da sie im Gegensatz zu rein lokalen Lösungen einen zusätzlichen Angriffsvektor bieten und sind gefährlich, da sie nicht über Notlaufeigenschaften verfügen.
  • Bestimmte Cloud-Dienste sind gut geeignet, eine sichere Kommunikation zwischen Smart.Home-Systemen, Bewohnern und Dienstleistern zu gewährleisten.

IT-Sicherheit in Smart Homes wird in 2018 Top-Thema

 

Heymann begrüßt das jetzige Engagement der SmartHome Initiative Deutschland e. V., die Diskussion zu versachlichen. "Die IT-Sicherheit von Gebäuden wird uns in Zukunft noch intensiv beschäftigen, je mehr sich Gebäudeinfrastrukturen und Geräte miteinander vernetzen." Im kommenden Jahr rechnet er damit, dass sie ein zentrales Thema auf Bau- und Immobilienmessen sein wird. "Die Hamburger Immobilienmesse "home²" wird vermutlich im Januar 2018 den Auftakt dazu machen", schätzt Heymann.

 

 

 

Text und Fotos: Dagmar Hotze