© Dagmar Hotze
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Smart Home-Markt befindet sich in der Übergangsphase

 

Am 22. April 2017 veranstaltete die Hamburgische Investitions- und Förderbank (IFB) wieder einmal den „Tag des Eigenheims“. Und erneut machte das Schietwetter seinem Namen alle Ehre. Regenmassen pladderten herunter und Windböen ließen die Zelte wackeln. Dennoch waren Besucher und Aussteller bester Laune. Auch QDS war wieder mit einem Stand im Bautechnik-Zelt vertreten und stellte Smart Home-Lösungen vor. Zusätzlich gab QDS-Chef Reinhard Heymann in einem halbstündigen Vortrag einen Überblick über unterschiedliche Produkte, von Funklösungen über herstellergebundene Systeme bis zu schnittstellenoffenen Lösungen.

 

Gadgets versus Intelligenz

 

Sein Fazit nach dem Ausstellungstag: „Wir befinden uns in einer Übergangszeit. Dass vernetzte Wohngebäude die Zukunft sind, müssen wir nicht mehr groß erklären. Jedoch ist vielen häufig nicht klar oder noch nicht klar, welche Dimension das Thema eigentlich hat“, sagt Heymann. Denn Multimedia-Gadgets und hübsche Lichtszenen schalten zu können, sei nur ein Aspekt. Vielmehr müsste die Energieversorgung, das Management und die Speicherung von Energie sowie deren Verbrauch und darüber hinaus Elektromobilität und altersgerechtes Wohnen unbedingt mit betrachtet werden. Von der IT-Sicherheit sowie einer proaktiven Steuerung und Wartung des Gebäudes gar nicht zu sprechen. Das alles könnten Smart Home-Kits, wie sie in Mediamärkten angeboten würden, natürlich nicht bieten. Smart Home, das sei ein verbrauchter Marketingbegriff, der nichts mit einer zukunftsfähigen Gebäudeinfrastruktur gemein hätte. Heymann ist deshalb dabei, seine Beratung umzustrukturieren. „Wir Elektroplaner und Systemintegratoren stehen vor der Herausforderung, den wirklichen Profimarkt von Smart Home-Light zu trennen und das noch wesentlich deutlicher zu kommunizieren.“

 

Kein Grundstück, kein Haus, also auch kein Smart Home

 

Darüber hinaus gibt es noch eine zweite Ebene: Für private Bauherren wird es in Großstädten wie Hamburg immer schwieriger ein Baugrundstück für ihr Eigenheim zu finden. Denn Priorität haben der Mietwohnungsbau und der Bau von Eigentumswohnungen, damit möglichst viel Wohnraum auf kompakter Fläche entsteht. Kein Grundstück, kein Haus, also auch kein Smart Home. „Insofern ist das Smart Home im Bereich privater Häuslebauer ohnehin endlich“, bedauert Heymann die sich anbahnende Situation. Zumindest was das mittlere Preissegment betrifft, sieht er die Nachfrage schwinden. Der Premium- und Luxusbereich sei völlig losgelöst davon zu sehen. „Hier gehören umfassende Planungskonzepte seit Jahren zum Standard, insbesondere bei Modernisierungsmaßnahmen.“ Erfreulich sei, dass sich immer mehr Wohnungsgesellschaft und Projektentwickler von Wohnimmobilien ernsthaft mit dem Thema Gebäudevernetzung beschäftigen. „In letzter Zeit hatten wir dazu einige interessante Beratungsgespräche und sind sogar an einigen Planungen beteiligt.“ Qua vadis also Smart Home? „Die Markt wird professioneller. Und das ist auch gut so“, schmunzelt Heymann und tippt auf seinem Tablet weiter

 

 

Text und Fotos: Dagmar Hotze